Es ist einer der Höhepunkte im Jahr

Medienmitteilung vom 20. Juni 2017

 

Die Wiesenmeisterschaft motiviert Landwirte, seltenen Pflanzen und Blumen eine Heimat zu bieten. 2017 prämierten der WWF, das Landwirtschaftliche Zentrum Salez, Pro Natura und der Bauernverband St. Gallen Wiesen in der Region Rheintal. Über 30 Flächen wurden angemeldet.

 

„Ich habe schon vor Jahren darüber gelesen und immer gehofft, die Wiesenmeisterschaft würde auch einmal hier ausgeschrieben“, erklärte Elisabeth Sturzenegger aus Balgach. 2017 ist es soweit - die junge Bäuerin präsentierte mit Stolz ihre drei Flächen. Sie erzählt, wie die Blüten und die Blumen sie durchs Jahr begleiten, wie sie mit ihrer Familie an Sonntagen manchmal hoch spaziert zu ihren artenreichen Wiesen, wie sie ein Picknick macht und den Anblick geniesst. Und sie erzählt von der Heuete, an der die ganze Familie beteiligt ist und sagt: „Das ist ein Höhepunkt im Jahresablauf.“

 

 

Regenbogen auf dem Boden

Blumenwiesen sind ein Regenbogen auf dem Boden. Die Farben bereichern und beruhigen und Wanderer geniessen ihren Anblick: Eine artenreiche Blumenwiese bleibt im Gedächtnis und wirbt nicht nur für den Besitzer, sondern auch für den Ort, auf dem sie sich befindet.

Martin Zimmermann, Geschäftsführer des WWF St. Gallen formuliert, was die Jury der Wiesenmeisterschaft bei ihrer Begehung feststellte. „Bezüglich der Artenvielfalt hat die Region viel zu bieten. Es gibt naturbelassene Lebensräume, die umso kostbarer sind, weil im fruchtbaren Rheintal die Landwirtschaft sehr intensiv betrieben wird und die Artenvielfalt in den letzten Jahren sehr gelitten hat.“ Über 30 Flächen meldeten die Rheintaler Landwirte für die Wiesenmeisterschaft an. Nach einer botanischen Vorselektion besichtige die Jury Mitte Juni die besten Flächen in den Kategorien Bergwiesen und Talwiesen, wobei alle Wiesen, die sich nicht in der Ebene befinden, als Bergwiesen beurteilt wurden. Zwar profitieren sie vom milden Klima des Rheintals, befinden sich aber oft in derart steilen Lagen, dass eine Bearbeitung schwierig ist.

 

 

Preisverleihung am 19. August

Die Botanikerinnen und Botaniker untersuchten auf den angemeldeten Parzellen jeweils eine oder im Zweifelsfall mehrere Flächen mit einem Radius von sechs Metern. Dort suchten sie nach typischen Pflanzenarten von Mager- und Streuwiesen, bewerteten aber auch die Grösse der angemeldeten Fläche und die Geländestruktur. Diejenigen Bauern mit den höchsten Punktezahlen in den jeweiligen Kategorien werden am 19. August bei einem gemütlichen Buurezmorge im Montlinger Schwamm, zu dem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren Familien eingeladen sind, gekürt und erhalten ihre verdiente Anerkennung. Mit der Auszeichnung der schönsten Wiesen wollen die Trägerverbände auf die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung der Blumenwiesen aufmerksam machen und sie ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Dass es immer noch viele Bauern gibt, die ihre Produktion nicht um jeden Preis, an der Quantität und damit an wirtschaftlichen Kriterien orientieren, verdient gewürdigt zu werden. Denn dank dem späteren Schnittzeitpunkt und dem Verzicht auf Düngung bei den beurteilten Landwirten können die Pflanzen der Blumenwiesen ausblühen und ihren Fortbestand sichern. 

 

Weitere Auskünfte:

Dr. Antonia Zurbuchen, Geschäftsstellenleiterin des Kaltbrunner Riets

078 641 34 77, antonia.zurbuchen@pronatura-sga.ch

 

 

 

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