Hecke bei Heiden im Frühlingskleid ©Fabia Knechtle-Glogger

Appenzell Ausserrhoder Heckenmeisterschaft: Welche Bauernbetriebe haben die schönsten Hecken?

22.02.2021

Hecken bereichern das Appenzellerland. Bauernfamilien, die diese Hecken pflanzen und pflegen, sollen im Rahmen einer vom Bauernverband AR zusammen mit Partnern initiierten Heckenmeisterschaft für ihre Arbeit gewürdigt und ausgezeichnet werden.

Im Frühling verzaubern Hasel, Weissdorn, Heckenrose, Geissblatt, Tierlibaum, Schneeball und Holunder die Landschaft. Hecken und Feldgehölze prägen zusammen mit Wiesen und Weiden die Appenzeller Landschaft. Sie tragen wesentlich zur Schönheit der Appenzeller Landschaft bei. Hecken erfreuen nicht nur unser Auge, sie leisten auch einen wichtigen Beitrag für die Biodiversität. Denn in Hecken gedeihen Sträucher und Kräuter, welche Vögel, Schmetterlinge, Wiesel, Feldhasen und anderen Tieren Lebensraum und Nahrung bieten. Hecken spielen zudem eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung von Böschungen, beugen Erosionen vor und vernetzen Lebensräume. So ist jeder Meter Hecke wichtig.

Würdigung der aufwändigen Pflege

Hecken brauchen eine fachgerechte Pflege. So leisten Bauernfamilien mit der Pflanzung, dem Erhalt und der Pflege von Hecken einen wertvollen Beitrag für die Natur. Der Bauernverband AR hat zusammen mit dem Landwirtschaftsamt AR, der Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz AR, mit Pro Natura St. Gallen-Appenzell und dem WWF Appenzell die Meisterschaft initiiert, um die Leistungen der Landwirtschaft zu Gunsten von Ökologie und Landschaftsbild zu würdigen. Die Trägerschaft ruft Bäuerinnen und Bauern auf, ihre Hecken anzumelden und damit diese Meisterschaft zu bereichern sowie die Leistungen zu Gunsten der Biodiversität sichtbar zu machen.

Die Gewinner heben ab!

Bäuerinnen und Bauern aus Appenzell Ausserrhoden sind dazu aufgerufen, ihre schönsten Hecken anzumelden. Im Juni bewertet eine Jury aus Fachleuten die angemeldeten Hecken. An einem Bauernbrunch im September werden die Gewinner verkündet. Die ersten drei Preisträger erwartet ein gemeinsamer Ballonflug mit Partner/in. Die Ränge vier bis sechs werden mit einem Gutschein im Wert von 150 Franken anerkannt.

Bis zum 30. April 2021 können Hecken angemeldet werden bei:

Beratungsbüro Ökologie + Landschaft
Alfred Brülisauer
Vogelherdstrasse 14
9300 Wittenbach

Telefon: 077 447 44 40
Mail: @email

Hecken sind Lebensraum für bedrohte Arten

Hecken bieten vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und sind als Vernetzungsstrukturen von zentraler Bedeutung. In dornigen Sträuchern sind Nester des Neuntöters geschützt vor Räubern. In grossen Asthaufen mit dickem Holz können Hermeline ihre Jungen aufziehen und Ringelnattern können sich bei südexponierter Lage darauf sonnen. Insekten finden in den Blüten verschiedener einheimischer Straucharten Nektar, Haselmäuse laben sich an den Früchten. Auch Schmetterlinge finden in Hecken Nahrung und Schutz. So frisst sich die Raupe des Ligusterschwärmers an den Blättern des Ligusters satt und die Zitronenfalterraupen an Blättern des Faulbaums oder Kreuzdorns.

Entlang einer Hecke können sich Singvögel, Reptilien und Kleinsäuger geschützt bewegen und sind so Greifvögeln und anderen Raubtieren nicht schutzlos ausgeliefert. Je länger, struktur- und artenreicher eine Hecke ist, desto besser kann sie ihre Aufgaben erfüllen. Hecken können in unserer Region über zwanzig standortheimische Strauch- und Baumarten aufweisen. Besonders wertvoll sind dornentragende Sträucher wie die Heckenrose, Weiss- oder Schwarzdorn. Sie bieten den besten Schutz vor Fressfeinden wie Hauskatzen. Hochwachsende Arten befinden sich im Innern der Hecke, niedrigwachsende eher am Rand.