Kaltbrunner Riet im Frühling (Foto: Antonia Zurbuchen).

25011: Benkner-, Burger- und Kaltbrunner Riet

Das Kaltbrunner Riet liegt wie eine Insel im Landwirtschaftsgebiet der Linthebene. Es ist der letzte Überrest der Sümpfe, die einst das Gebiet zwischen Walensee und Zürichsee prägten.

Wann besuchen: 
Das Gebiet und die zwei Beobachtungstürme sind ganzjährig begehbar. Im Frühling können Sie an den Wochenenden zusätzlich die von Freiwilligen betreute Ausstellung im Infopavillion besuchen. Auf Anfrage können Sie die Ausstellung auch ausserhalb der Öffnungszeiten besuchen und Exkursionen buchen.

Öffnungszeiten Infopavillon:
Ab Mitte März bis Ende Juni
Samstags: 14:00 – 18:00 Uhr
Sonntags:  09:00 – 17:00 Uhr

Kontakt: @email

Anreise:
Das Kaltbrunner Riet ist in einem 20-minütigen Spaziergang vom Bahnhof Uznach erreichbar. Der Weg ist ausgeschildert.
Es gibt eine begrenzte Zahl von Parkplätzen eingangs des Schutzgebietes.

Veranstaltungen

Veranstaltungen können Sie hier finden.

Das Schutzgebiet

Anfangs des 19. Jahrhunderts wurden die Überschwemmungen durch den Bau des Escher- und Linthkanals eingedämmt. Die Ebene konnte landwirtschaftlich genutzt werden, die feuchteren Flächen vor allem als Streuwiesen. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Linthebene im Zuge der Melioration drainiert und die Streuwiesen in Wiesen und Ackerland überführt. Durch die zunehmende Entwässerung des umliegenden Landes drohte das Kaltbrunner Riet auszutrockenen.

Der Ornithologe und Lehrer Hans Noll erkannte die Bedeutung des Riets für die Sumpf- und Wasservögel und erwirkte, dass 1914 die ersten Verträge zum Schutz der Lachmöwen zwischen der St. Gallischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft und der Ortsgemeinde Kaltbrunn abgeschlossen wurden. Weitere Verträge folgten. 1939 kaufte Pro Natura 25 Hektaren Land zur Erhaltung eines Restes der ursprünglichen Landschaft. Während damals vor allem die Lachmöven im Zentrum der Schutzinteressen standen, gilt das Kaltbrunner Riet heute als wichtiges Rückzuggebiet für viele gefährdete Pflanzen- und Tierarten.

Schutzstatus

Als Flachmoor, Amphibienlaichgebiet und Wasser- und Zugvogelgebiet hat es nationale, als Ramsar-Schutzgebiet sogar internationale Bedeutung. Heute umfassen die Kerngebiete des Schutzgebiets mit Möventeich, Entensee und Zweiersee eine Fläche von rund 50 Hektaren.

Involvierte Personen

Die Geschäftsstelle ist Anlaufstelle für interessierte Personen, organisiert Exkursionen, Führungen und die Betreuung des Infopavillons. Sie koordiniert und kontrolliert weiter die Pflege des Schutzgebietes und initiiert Aufwertungs- und Förderprojekte. Begleitet wird die Arbeit der Geschäftsstelle durch eine Fachkommission, in der lokale Naturschützer und Experten vertreten sind.

Leiterin Geschäftsstelle: Corina Del Fabbro 
E-Mail: @email
Tel.: 071 260 16 65

Freiwillige Mitarbeitende betreuen im Frühjahr an Wochenenden den Pro Natura Infopavillon und leiten ganzjährig Exkursionen im Kaltbrunner Riet. Weitere Abgaben zum Infoteam finden Sie hier

Freiwilligenarbeit

Pflegeeinsätze

Im Kaltbrunner Riet fällt jedes Jahr auch viel Handarbeit an. Kleingewässer und unbefahrbare Flächen müssen von Hand ausgemäht und das Schnittgut aus dem Riet getragen werden. Auch in der Gehölzpflege und beim Pflanzen von Hecken können freiwillige Helfer und Helferinnen einen wertvollen Beitrag für den Naturschutz leisten. 
Für Gruppen und Schulklassen organisieren wir bei Bedarf gerne Freiwilligeneinsätze im Bereich der Schutzgebietspflege. Pflegeeinsätze fallen in der Regel im Herbst/Winter an. 

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein weiterer wichtiger Bereich, in dem sich hauptsächlich freiwillige Mitarbeitende engagieren. Naturinteressierte Personen geben jeweils an den Wochenenden ab Mitte März bis Ende Juni im Infopavillon Auskunft über das Schutzgebiet, leiten Exkursionen oder beteiligen sich an Veranstaltungen. Personen, die sich gerne in der Öffentlichkeitsarbeit engagieren möchten, sind bei uns herzlich willkommen.

Freiwilligenarbeit Entensee
Schutzgebietsmanagement

Das Kaltbrunner Riet ist keine Wildnis sondern braucht Pflege, damit die grosse Artenvielfalt erhalten werden kann. Alle Flächen sind landwirtschaftliche Nutzflächen, die durch rund 40 Landwirte gepflegt werden. In den Naturschutzkernzonen werden die Flächen aber nur sehr extensiv bewirtschaftet. Die Rietflächen (Flachmoor) werden durch einen jährlichen Schnitt im Herbst und das Abführen des Schnittgutes gepflegt und so vor der Verbuschung oder Verschilfung bewahrt. Ohne diesen Schnitt hätten lichtbedürftige Pflanzen wie verschiedene Orchideen oder der Lungenenzian keine langfristige Überlebenschance. Als Rückzugsgebiete werden jeweils im Turnus grosse Streifen stehen gelassen (Riedrotationsbrachen).

Der Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) ist ein wichtiges Werkzeug für ein zielgerichtetes Ausarbeiten von Pflegekonzepten, Monitoringkonzepten und Aufwertungsprojekten. Momentan ist ein neuer PEP in Erarbeitung.

Bewirtschaftung Riedrotationsbrachen 2011 Pflege- und Entwicklungsplan 2005
Projekte
Flora und Fauna

Das Kaltbrunner Riet ist ein sehr wertvolles und artenreiches Schutzgebiet. Als Ramsar-Gebiet hat es internationale Bedeutung und als Flachmoor, Amphibienlaichgebiet sowie als Wasser- und Zugvogelreservat hat es nationale Bedeutung. Es gibt klare Bestrebungen diese Werte zu erhalten und zu fördern. Um Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Bewohner des Schutzgebietes frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf Massnahmen zum Schutz bedrohter Arten zu ergreifen werden regelmässig Monitorings der Flora und der Fauna durchgeführt. Von 1998 bis 2007 wurde ein 10-jähriges Monitoring der Vegetation, der Amphibien und verschiedener Insektengruppen durchgeführt. In angepasster Form wird dieses 2012 bis 2021 fortgeführt.

Laubfrosch (Foto: Jürg Roos) Konzept Vegetation 1986-2008 Lungenenzian und kl. Moorbläuling 2012-2013 Braun- und Schwarzkehlchen 2012 Vögel Artenliste 2007 Ornithologisches Bericht 2007 Fauna Monitoring 2012-2016
Jahresberichte