Flachmoor beim Entensee © Pro Natura St. Gallen-Appenzell

P063: Moorregeneration Entensee und ökologische Aufwertung der Fläche zwischen den Flachmooren

Hilfe für das Kaltbrunner Riet: der stark augetrocknete Entensee wird regeneriert und ökologisch mit dem Möwenteich verbunden. Dazu werden bestehende Entwässerungsleitungen verschlossen und eine Flachwasserzone in der bisher landwirtschaftlich intensiv genutzen Fläche zwischen den zwei Flachmooren geschaffen.

Das Benkner-, Burger- und Kaltbrunner Riet ist ein Flachmoor Amphibienlaichgebiet und Wasser- und Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung. Das Schutzgebiet umfasst zwei voneinander getrennte Teilbereiche: den Entensee und den Möwenteich. Die Zwischenzone, also die Fläche zwischen den beiden Flachmooren, wird aktuell landwirtschaftlich genutzt und die Böden über ein Netz von Drainageröhren entwässert. Entwässert werden aktuell auch weitere Flächen direkt beim Schutzgebiet. Diese Entwässerung führt zu trockenen Böden. Ein Riet aber lebt vom Wasser. Durch die zu trockenen Bodenverhältnisse verändert sich die Pflanzenzusammensetzung: viele wertvolle Rietarten finden keinen optimalen Lebensraum mehr; unerwünschte, nichteinheimische Arten, wie die Goldrute können sich ausbreiten. 

Nun wird das Gebiet um den Entensee saniert und die Zwischenzone ökologisch aufgewertet. Um das Regenwasser länger im Riet zu halten, werden Drainagen und Gräben verschlossen. Auch wird die Zwischenzone, die den Entensee und den Möwenteich ökologisch voneinander trennt, aufgewertet. In diesem Bereich wird eine Flutwiese mit verschiedenen Wassertiefen geschaffen, die das Naturschutzgebiet für Zugvögel und Amphibien insbesondere für den Laubfrosch noch attraktiver gestalten sollen. Ausserdem wird ein fischfreier Weiher speziell für Kammmolche gebaut. Neu gepflanzte Niederhecken werden für viele Tiere des Moores Schutz und Deckung bieten. All diese Massnahmen führen zu einer besseren Vernetzung der beiden zentralen Lebensräume des Riets. Davon profitieren nicht nur der Laubfrosch und der Kammmolch, sondern auch alle übrigen typischen Rietarten. Die Besucherinnen und Besucher des Riets werden den neu gestalteten Lebensraum von einer speziell angelegten Beobachtungsplattform bestaunen können. Ausserdem wird ein kleiner Weiher gebaut, an dem Kinder und Erwachsene Tiere im Wasser beobachten können.

Das Aufwertungsprojekt kann dank enger Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren im Kaltbrunner Riet realisiert werden: der Gemeinde Uznach (Bauherrin), der Burgerkorporation Uznach (Grundeigentümerin), dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen (Auftraggeberin), Pro Natura St. Gallen-Appenzell (Projektausarbeitung und Bauleitung Teil Zwischenfläche) und Naturplan AG (Projektausarbeitung und Bauleitung Teil Moorhydrologie). Das Projekt ist wegweisend für den langfristigen Erhalt des Schutzgebiets und damit der Biodiversität im Linthgebiet und im ganzen Kanton St. Gallen.

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