Gontenmoos vor der Aufwertung

P054: Hochmoorregeneration Gontenmoos, Gonten

Das Gontenmoos in Gonten wurde bis nach dem 2. Weltkrieg grossflächig abgetorft. Auf einem Teil der Flächen blieben einige Hochmoorreste erhalten oder es entwickelten sich durch die extensive Schnittnutzung wertvolle Flachmoore. Der Wasserhaushalt ist jedoch stark gestört, so dass die typischen Hochmoorarten immer mehr verschwinden. Das vorliegende Projekt soll den Wasserhaushalt auf drei Parzellen im Gontenmoos verbessern, so dass der fleischfressende Sonnentau und die wasserliebenden Torfmoose wieder einen geeigneten Lebensraum finden.

Die letzten Hochmoorreste und die Flachmoore sind in ihrem Wasserhaushalt stark beeinträchtig. Dies trifft auch auf die Überreste auf den Parzellen 513, 514 und 516, die gleich neben dem Tobenmuseum liegen, zu. Im Zuge des Torfabbaus wurden verschiedene Entwässerungsgräben angelegt, die bis heute den Moorflächen Wasser entziehen. Die freistehenden Torfstichkanten und der Torfrücken sind über die Jahre stark ausgetrocknet. Durch die Luftzufuhr werden Abbauprozesse in Gang gesetzt, die den Torfboden zersetzen. Dabei werden sowohl Kohlendioxid (CO2) als auch Nährstoffe freigesetzt. Typische Hochmoorarten wie Torfmoose und andere Arten, die auf sehr nasse und nährstoffarme Standorte angewiesen sind, sind deshalb mehrheitlich verschwunden. Die Flächen haben ihren ursprünglichen Hochmoorcharakter fast gänzlich verloren.

Mit dem vorliegenden Aufwertungsprojekt soll der Wasserhaushalt des Gontenmoos auf den Parzellen 513, 514 und 516 optimiert werden, um die Voraussetzung für die Entwicklung einer typischen Hochmoorvegetation wiederherzustellen. In der Folge sollen zwei Hochmoorflächen wieder an Mächtigkeit gewinnen. Die zwei Hochmoorflächen sollen durch das Flachmoor und eine Flachwasserzone verbunden sein. Die Flachwasserzone soll Vegetation verschiedener Entwicklungsstadien von Hoch- und Flachmooren sowie Amphibien fördern. Zwei neu gepflanzte Hecken auf den Böschungen im Osten und Westen der Parzelle 516 sollen die landschaftliche Eingliederung gewährleisten und Strukturen für Kleinsäuger, Insekten und Vögel schaffen.