Baustart Aufwertung Amphibienlebensraum Egelsee, Sennwald
Pro Natura St. Gallen-Appenzell ist Grundeigentümerin der Parzelle Nr. 1859 in Sennwald. Das Schutzgebiet besteht aus einem Verlandungsmoor mit schwankendem, örtlich offen liegendem Grundwasserstand. Es ist Teil des Felssturzgebietes Schlosswald und durchsetzt mit Felsbrocken und kleinräumig variierendem Boden. Das Gebiet ist Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, wobei neben frühlaichenden Arten wie Grasfrosch und Erdkröte speziell die Vorkommen von Kamm- und Teichmolch, sowie der Gelbbauchunke hervorzuheben sind. Zusätzlich ist das Gebiet ein Flachmoor von regionaler Bedeutung. Der Wasserhaushalt im Gebiet ist sehr komplex und geprägt von verschiedenen Schichten abdichtenden Materials. Im Schutzgebiet befinden sich zudem mehrere Quellaufstösse. Im Einflussbereich der Quellbäche hat sich ein artenreiches Seggenried entwickelt. Dieses wird grundsätzlich jährlich gemäht. Die Befahrbarkeit der Flächen hängt jedoch stark von den Niederschlagsverhältnissen ab. Zwischen 2012 und 2015 führte Pro Natura ein Aufwertungsprojekt zur Förderung der Amphibienvorkommen und zur Eindämmung des Gehölzbewuchses durch. In den Jahren 2019 bis 2020 liess der Kanton St. Gallen im Rahmen der Biotopkartierung alle regional und national bedeutenden Moore neu kartieren und beurteilen. Seit ca. 2020 wird im Gebiet eine unerklärte, anhaltende Absenkung des Wasserspiegels beobachtet. Um die Ursachen dessen zu klären, hat Pro Natura St. Gallen-Appenzell 2024/25 ein Fachbüro beauftragt, die hydrologischen Verhältnisse des Gebiets vertieft zu analysieren und darauf basierend Vorschläge zur Verbesserung der Situation im Flachmoor und im Amphibienlaichgebiet zu erarbeiten. Dabei hat sich gezeigt, dass gezielte Eingriffe in den Wasserhaushalt zwar denkbar sind, ihre Wirksamkeit jedoch nur begrenzt steuerbar ist und in mehreren Fällen mit erheblichen Unsicherheiten verbunden bleibt. Demgegenüber sind Massnahmen zur direkten Förderung der Amphibienlebensräume technisch einfacher, risikoärmer und in ihrer Wirkung verlässlicher einschätzbar.
Die Umsetzung der baulichen Massnahmen zur Aufwertung des Amphibienlebensraums Egelsee soll im Herbst 2026 starten und bis Ende Februar 2027 abgeschlossen werden. Dabei werden Waldränder und Gehölze selektiv durchforstet und gepflegt. Gehölze, welche in die Moorflächen einwachsen, sollen zurückgeschnitten werden. Um einen Teil des abfliessenden Wassers länger im Gebiet halten zu können, wird der zentral durch die Riedflächen verlaufende Graben durch den Einbau von Holzspundwänden eingestaut. Ergänzend zum Grabeneinstau soll das Angebot an nutzbaren Amphibienlaichgewässern erhöht und verbessert werden.
Das Projekt wird finanziell unterstützt vom kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei, vom Kantonsforstamt, von der Politischen Gemeinde Sennwald und von Pro Natura.