Umsetzung PEP Bechtenwald 2024-2033
P080
Ausgangslage & historische Angaben
Pro Natura und die Schweizerische Stiftung für Vogelschutzgebiete (Stiftung von BirdLife Schweiz, SSVG) erwarben 2018 den damals sich in Privatbesitz befindenden Bechtenwald im unteren Toggenburg. Die rund 26 ha grosse Parzelle liegt an einem nach Nordosten exponierten Abhang nördlich des Passüberganges Hulftegg auf einer Höhe von 786-950 m ü. M. Der teilweise sehr steile Wald (> 35%, bzw. > 50% Neigung) ist von mehreren wilden Tobeln der Murg und ihren Seitenbäche durchzogen. Im oberen Bereich finden sich jedoch stufenartige Terrassen mit einer geringen Neigung von teilweise < 18%. Grösstenteils ist die Parzelle mit Tannen-Buchenwald bestockt. An verschiedenen Standorten finden sich mehrere Orchideenvorkommen.
Während in den stark eingeschnittenen Waldpartien kaum forstliche Erträge zu erzielen waren, wurden bis heute vor allem die weniger steilen Lagen im mittleren und oberen Bereich des Hanges forst- und landwirtschaftlich genutzt. Auf der Siegfriedkarte von 1888 sind in flacheren Bereichen fünf Flächen ersichtlich, die damals nicht oder nur leicht bewaldet waren. Diese Waldwiesen wuchsen ab 1920 entweder ein oder wurden 1962 mit Fichten bepflanzt. Heute sind daher vier grössere Fichtenreinbestände vorhanden. Dadurch ging das für das Hörnli-Bergland typische mosaikartige Ineinandergreifen von offenem Kulturland und Wald verloren. Die Bestockung ist in den Aufforstungen relativ dicht. In diesen Bereichen gelangt daher nicht viel Licht auf den Waldboden und der Unterwuchs ist wenig entwickelt.
Projekziel
Das Projekt verfolgt das folgende Oberziel:
Förderung eines lichten und artenreichen Waldes mit standorttypischen Baumarten und Orchideenstandorten, sowie ausgedehnten Alt- und Totholzbeständen.
Massnahmen
Folgende Massnahmen sind geplant:
- abschnittsweise, selektive Auflichtung mit Fokus auf die Bereiche entlang der Strasse
- Auflichtung von zwei standortfremden, aufgeforsteten Fichtenreinbeständen
- Einrichtung von Altholzinseln zur Erhöhung des Altholz- und Totholzbestandes
- Erhalt und Förderung dynamischer Feuchtstellen
- Aufwertung äusserer und innerer Waldränder
- Erfolgskontrolle