Aufwertung Amphibienlebensraum Egelsee, Sennwald SG
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Ausgangslage
Pro Natura St. Gallen-Appenzell ist Grundeigentümerin des Schutzgebiets Egelsee in Sennwald SG. Das Schutzgebiet besteht aus einem Verlandungsmoor mit schwankendem, örtlich offen liegendem Grundwasserstand. Es ist Teil des Felssturzgebietes Schlosswald und durchsetzt mit Felsbrocken und kleinräumig variierendem Boden. Das Gebiet ist Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung (SG 248; Egelsee bei Bad Forstegg) mit neun Amphibienarten, wobei neben frühlaichenden Arten wie Grasfrosch und Erdkröte speziell die Vorkommen von Kamm- und Teichmolch, sowie der Gelbbauchunke hervorzuheben sind. Das Vorkommen des Laubfrosches gilt hingegen als regional erloschen. Zusätzlich ist das Gebiet ein Flachmoor von regionaler Bedeutung (SG 538; Egelsee bei Bad Forstegg). Der Wasserhaushalt im Gebiet ist sehr komplex und geprägt von verschiedenen Schichten abdichtenden Materials. Im Schutzgebiet befinden sich zudem mehrere Quellaufstösse. Im nördlichen Teil hat sich im Einflussbereich der Quellbäche ein artenreiches Seggenried entwickelt. Dieses wird grundsätzlich jährlich gemäht. Die Befahrbarkeit der Flächen hängt jedoch stark von den Niederschlagsverhältnissen ab.
Zwischen 2012 und 2015 führte Pro Natura ein Aufwertungsprojekt zur Förderung der Amphibienvorkommen und zur Eindämmung des Gehölzbewuchses durch. Seit ca. 2020 wird im Gebiet eine unerklärte, anhaltende Absenkung des Wasserspiegels beobachtet. Um die Ursachen dessen zu klären, hat Pro Natura St. Gallen-Appenzell die Firma Naturplan AG beauftragt, die hydrologischen Verhältnisse des Gebiets vertieft zu analysieren und darauf basierend Vorschläge zur Verbesserung der Situation im Flachmoor und im Amphibienlaichgebiet zu erarbeiten. Die Felderhebungen fanden von Mai 2024 bis Juni 2025 statt. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden mögliche Massnahmen fachlich geprüft und hinsichtlich technischer Machbarkeit, Nutzen und Risiken bewertet. Dabei hat sich gezeigt, dass gezielte Eingriffe in den Wasserhaushalt zwar denkbar sind, ihre Wirksamkeit jedoch nur begrenzt steuerbar ist und in mehreren Fällen mit erheblichen Unsicherheiten verbunden bleibt. Demgegenüber sind Massnahmen zur direkten Förderung der Amphibienlebensräume technisch einfacher, risikoärmer und in ihrer Wirkung verlässlicher einschätzbar.
Projekziele
Das Projekt verfolgt die folgenden Ziele:
Erhalt des national bedeutenden Amphibienlaichgebiets als qualitativ hochwertigen und geeigneten Lebensraum für Amphibien
Reduktion des Gehölzeinwuchses im regional bedeutenden Flachmoor
Sicherung einer angepassten Bewirtschaftung und wo möglich und sinnvoll
Massnahmen
Folgende Massnahmen sind geplant:
Auslichtung der Waldränder und Gehölze, Reduktion des Gehölzeinwuchses
Einstau des zentralen Grabens im Seggenried
Amphibienförderung West: Unterhalt Grundwasserweiher
Amphibienförderung Nord: Erhöhung des Angebots an Laichgewässern
Amphibienförderung Süd: Gezielte Abtiefung bestehender Mulde
Neophytenbekämpfung