Verlandeter Weiher im Feerbach © Pro Natura St.Gallen-Appenzell

P061: Feerbach, Sanierung Amphibienlaichgewässer, Etappe 2, Vilters-Wangs (2021-2022)

Pro Natura St. Gallen-Appenzell startete 2021 die Umsetzung der zweiten Etappe zur Sanierung der bestehenden Amphibienlaichgewässer im Schutzgebiet der ehemaligen Kiesgrube Feerbach, Vilters-Wangs.

   

Ausbaggern der Verlandung © Pro Natura St.Gallen-Appenzell © Pro Natura St.Gallen-Appenzell
Ausbaggern der Verlandung

Ausgangslage und Zielsetzung

Kiesgruben sind einer schnellen Sukzession unterworfen und brauchen, um ihren naturschützerischen Wert als Lebensraum für Pionierarten (vor allem Bewohner der ehemaligen Auen) zu erhalten, periodisch eine intensive Pflege. Deshalb wurden im Schutzgebiet der ehemaligen Kiesgrube Feerbach in den Jahren 2001 und 2012 bis 2014 umfassende Aufwertungsprojekte durchgeführt. Dabei wurde insbesondere Laichgewässer für die vorkommenden Amphibienarten geschaffen (Bergmolch, Erdkröte, Gelbbauch- unke, Grasfrosch, Grünfrosch-Komplex).

Die damals erstellten Weiher und Tümpel wurden mit kalkstabilisiertem Kieswaschschlamm abgedichtet. Diese Abdichtung hat den Vorteil, dass dafür nur natürliche Baustoffe verwendet werden. Der Nachteil ist indes, dass das Gewässer nicht austrocknen darf, da sich sonst permanente Risse in der verdichteten Kieswaschschlammschicht bilden können. Ein zweiter Nachteil, der sich über die Jahre gezeigt hat, ist die schnelle Sukzession insbesondere der flachen Gewässerbereiche. D.h. die seichten Weiher verwachsen dicht mit Schilf und Seggen und können dann von den Amphibien nicht mehr als Laichplatz benutzt werden. Der Sommer 2018 war extrem trocken und niederschlagsarm. Dies führte zur Austrocknung der meisten Kleingewässer im Feerbach, worauf einige undicht wurden. Mehrere Weiher führen heute zwar immer noch Wasser, füllen sich aber bei Regen nicht mehr vollständig. Zudem sind einige Weiher über die Jahre fast vollständig zugewachsen. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, hat Pro Natura St. Gallen-Appenzell in einer ersten Etappe im Winter 2020/21 drei Laichgewässer saniert. Wie Beobachtungen ergeben haben, sind weitere vier der bestehenden Weiher mit Sicherheit undicht. Somit sind diese Fortpflanzungsfallen für Amphibien, da die Amphibien in den Weihern zwar ablaichen, der anschliessend benötigte Mindestwasserstand aber nicht gehalten werden kann und die Eier oder Quappen somit austrocknen. Zudem sind zwei weitere Weiher stark verlandet.

Baumassnahmen Etappe 2

Um den im Schutzgebiet vorkommenden Amphibien weiterhin ein ausreichend grosses Angebot an geeigneten Laichgewässern anbieten zu können, sollen in einer zweiten Etappe im Winter 2021/22 drei weitere Weiher saniert werden. Dabei sollen bei einem der Weiher mit dem Bagger die verlandeten Bereiche abgezogen werden. Die beiden anderen Weiher werden in ablassbare Folienweiher umfunktioniert.

Pflege

Alle Amphibienlaichgewässer und deren Umgebung werden im Rahmen des Pflegeplans von Pro Natura St. Gallen-Appenzell gepflegt. Die neuen Folienweiher werden wie die übrigen Amphibienlaichgewässer alle 3 bis 5 Jahre jeweils im Herbst alternierend abgelassen.